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LADY GAGA


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LADY GAGA
Stand: 06.08.2009 - 02:39

Als Lady GaGa noch ein Kind war, schnappte sie sich immer ihren kleinen Spielzeug-Kassettenrecorder und sang die Hits von Michael Jackson und Cyndi Lauper mit, wenn ihr Vater sie nicht gerade zum Sound der Beatles oder der Stones durch die Luft wirbelte. Ansonsten tanzte die fr?hreife ?Lady? auch gerne in Nobelrestaurants an der Upper West Side auf den Tischen herum und verwandelte Knabberstangen dabei kurzerhand in Dirigentenst?be. Au?erdem war auff?llig, dass sie sich neuen Babysittern jedes Mal so unschuldig wie selbstverst?ndlich in ihrem Geburtstagsanzug pr?sentierte...

Bedenkt man diese Aspekte ihrer Kindheit, verwundert es kaum, dass sich das kleine M?dchen, das in einer wohl situierten New Yorker Familie mit italienischen Wurzeln aufwuchs, zu einem leicht exhibitionistisch veranlagten Multitalent und zu einer Singer/Songwriterin mit ausgepr?gtem Hang zu schrillen Performances entwickelt hat, oder besser: zum Ph?nomen namens Lady GaGa.

?Ich war schon immer eine Entertainerin. Schon als kleines M?dchen habe ich mich andauernd in Szene gesetzt, und im Grunde genommen mache ich das auch heute noch?, setzt die 22-J?hrige an, die sich mit ihrer Dance-Pop-Hymne ?Beautiful Dirty Rich? in der Clubszene der Lower East Side schon l?ngst einen Namen gemacht hat. Nicht ganz unwichtig waren dabei ihre leicht ironischen ?Shock Art?-Performances ? die Bezeichnung spricht B?nde ?, in deren Rahmen sich GaGa, die ihre B?hnen-Outfits ?brigens selbst anfertigt, nicht nur von ihrer wildesten Seite pr?sentierte, sondern ihre in Eigenarbeit gefertigten H?llen auch nach und nach bis auf Hot-Pants und Bikini-Oberteil fallen lie?, ein paar Dosen Haarspray zu Feuerwerkszwecken einsetzte und schlie?lich eine l?ssige Pose einnahm, w?hrend die Discokugel langsam zu den Kl?ngen von ?A Clockwork Orange? heruntergefahren wurde.


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?Rock und Pop und Theater waren schon immer meine Welt. Als ich dann Queen und David Bowie entdeckte, machte das auch pl?tzlich vollkommen Sinn. An dem Punkt wurde mir n?mlich klar, dass ich alle drei Bereiche miteinander kombinieren kann?, sagt GaGa, die sich ihren K?nstlernamen ?brigens von Queens ?Radio Gaga?-Klassiker entliehen hat. Fragt man sie dann nach ihren Vorbildern in Sachen Fashion, nennt sie Peggy Bundy und Donatella Versace in einem Atemzug. ?Sie alle sind meine Ikonen, meine Kunst-Ikonen. Denn es geht um mehr als nur um die Musik. Die Performance ist wichtig, die Haltung, der ganze Look ? das alles geh?rt zusammen. Das ist die Welt, die mir als K?nstlerin vorschwebt; das ist die Richtung, in die ich gehen will.?

Zwar klingen ihre Ziele nicht gerade bescheiden, aber ein fl?chtiger Blick auf die Vita der 22-J?hrigen gen?gt, um zu erkennen, dass sie definitiv das Zeug dazu hat: Schlie?lich hat Lady GaGa schon im zarten Alter von vier Jahren Klavierspielen gelernt ? und zwar einzig und allein nach Geh?r. Mit 13 hatte sie schon ihre erste Klavierballade komponiert. Als 14-J?hrige trat sie dann abends bei Open-Mic-Veranstaltungen in Clubs wie dem ?Bitter End? auf, w?hrend ihre Klassenkameraden an der Convent of the Sacred Heart School (diejenige Privatschule, die auch Nicky und Paris Hilton besucht haben) sie tags?ber f?r ihren extravaganten und exzentrischen Style h?nselten. Weitere drei Jahre sp?ter war sie eine von 20 auserw?hlten Teenagern, die schon vorzeitig an der Tisch School of the Arts (an der New York University) zugelassen wurden, obwohl sie noch gar nicht das n?tige Alter erreicht hatten. Schlie?lich unterzeichnete sie noch vor ihrem 20. Geburtstag einen Vertrag und schrieb von nun an Songs f?r andere Popgr??en: u.a. f?r die Pussycat Dolls, doch hat Lady GaGa auch schon f?r diverse andere Interscope-K?nstler komponiert. Betrachtet man also, was sie schon vor der Ver?ffentlichung ihres Deb?talbums alles geschafft hat, klingen ihre Ziele pl?tzlich gar nicht mehr so abgehoben. Im Gegenteil: Sie klingen nahe liegend.

?Mein Ziel als K?nstlerin ist es, ein Popalbum zu machen und es den Leuten auf vollkommen neuartige Weise zu pr?sentieren?, sagt GaGa weiterhin, die f?r ?The Fame? (Streamline/Interscope/KonLive), so der Titel ihrer Deb?t-LP, s?mtliche Texte und Melodien im Alleingang geschrieben und auch einen Gro?teil der Synthesizer-Parts selbst eingespielt hat.

?Man k?nnte fast sagen, dass ich die Leute mit einem wirklich coolen Ansatz k?dern und in meine Popwelt zerren will. Ich pr?sentiere ihnen ein St?ck Zucker, und dann ist da noch die Medizin ? das bin ich.?

Dabei ist die Dosierung, die GaGa f?r ?The Fame? gew?hlt hat, genau genommen noch eine andere: Zwei Teile Dance-Pop auf einen Teil Electro-Pop und einen Teil Rock, diese Mischung in den Mixer, ein Schuss Disco und ein paar burleske Variet?-Elemente dazu und dann gro?z?gig auf klangliche Martini-Gl?ser verteilen ? fertig. Eine Mischung, die sofort ins Blut geht, die H?fte in Bewegung setzt und schon bald zum einen oder anderen ?Fame?-Gelage f?hren d?rfte.

?Das Album handelt davon, wie sich heute jeder wie ein Star f?hlen kann?, erkl?rt sie. ?Popkultur ist Kunst. Man ist nicht automatisch cool, nur weil man Popkultur verabscheut, also habe ich mich voll und ganz darauf eingelassen, was man auch deutlich auf `The Fame? h?ren kann. Es geht um Ruhm, aber um eine Art von Ruhm, die man mit anderen Menschen teilen kann. Jeder ist zu dieser Party eingeladen. Ich will ein Lebensgef?hl mit den Leuten teilen; die Zuh?rer sollen sich als Teil dieses Lifestyles f?hlen.?

Schon das Er?ffnungsst?ck des Albums, ?Just Dance?, das auch als erste Single erscheint, zwingt einen mit ?einem ausgelassenen Vibe, der nach einer Party in L.A. klingt?, auf die Tanzfl?che. ?hnlich eing?ngig ist auch ?Boys Boys Boys?, bei dem sich GaGa ihre klanglichen Vorbilder ganz offen auf die Fahne schreibt: ?Ich wollte das Pendant zu `Girls Girls Girls? von M?tley Cr?e schreiben und dem St?ck dabei meinen ganz pers?nlichen Stempel aufdr?cken. Es sollte ein Popsong sein, auf den auch Rocker abgehen.?

?Beautiful Dirty Rich? hingegen ist ein Bericht ?ber die Phase ihrer Selbstfindung, ?ber das Leben in der Lower East Side mit all den Partys und Drogenexperimenten. ?Das war eine Phase, in der ich auf viele Fragen eine Antwort gesucht habe?, sagt GaGa. ?Doch als ich dann zu dem Entschluss kam, mich auf die Musik zu konzentrieren, bemerkte ich schon sehr bald, dass sie mir viel mehr gibt als das ganze Partyleben.? Der Song ?Paparazzi? klingt zun?chst wie ein Liebeslied, das den Kameras und Blitzlichtern dieser Welt gewidmet ist, und auch GaGa gesteht lachend, ?dass der Song in gewisser Hinsicht tats?chlich davon handelt, die Paparazzi zu umwerben und auf den Ruhm einfach nur scharf zu sein. Allerdings darf man diese Aussage nicht allzu ernst nehmen. Mir geht es letztlich darum, wie viele Menschen heutzutage von dieser Idee besessen sind. Und dann stelle ich in diesem Song die Frage, ob sich ein Leben im Blitzlichtgewitter mit einer funktionierenden Beziehung vereinen l?sst ?, oder ob man zwischen Erfolg und wahrer Liebe w?hlen muss.?

Ihren Hang zu seichteren Liebesliedern pr?sentiert GaGa zum Beispiel mit ?Brown Eyes?, ein von Queen beeinflusstes St?ck, und dem s??lich-direkten Trennungssong ?Nothing I Can Say (Eh Eh)?. ?Mit `Brown Eyes? kehre ich meine verletzliche Seite nach au?en?, erl?utert sie. ?Und `Eh Eh? ist ein astreiner Popsong, der von der Suche nach einem neuen Freund handelt, nachdem man die letzte Beziehung beendet hat.?

Zwar hat Lady GaGa mit ihrem Auftritt beim Lollapalooza-Festival 2007 und ihrer im M?rz 2008 absolvierten Performance bei der Winter Music Conference bereits f?r jede Menge Aufsehen gesorgt, doch plant sie f?r die kommende Tour eine leicht abge?nderte ? sprich: ausgefeiltere ? B?hnenshow: ?Die neue Show ist, wenn man so will, die Haute-Couture-Version derjenigen Performance, die ich in den vergangenen Jahren in den New Yorker Clubs pr?sentiert habe. Insgesamt ist sie viel besser durchdacht, obwohl die zentralen Elemente ? also die Discokugel, die Hot-Pants, der Pailletten-BH und hochhackige Schuhe ? auch weiterhin zum Einsatz kommen werden. Nur ist die neue Show noch viel wilder und ausgefeilter; sie geht mehr in Richtung Pop-Performance-Kunst.?

Heutzutage sind Popmusiker, die den klassischen Weg gehen und sich aus eigener Kraft hocharbeiten, eher eine Seltenheit. Anstatt Auftritte in zwielichtigen Clubs zu absolvieren und die Promotion auf eigene Faust zu erledigen, versucht es jeder auf dem direkten Weg; so stammen viele Popstars inzwischen eher aus Casting-Shows, aus Vorabendserien oder schlichtweg aus Familien, die schon vorher ber?hmt waren. Lady GaGa ist die Ausnahme zu dieser Regel. ?Ich habe die Dinge so angegangen, wie es sich geh?rt. Ich habe in jedem Club in ganz New York City auf der B?hne gestanden: zun?chst waren es Reinf?lle, dann konnte ich die Fans irgendwann f?r meine Show begeistern, und w?hrend ich diese Lektionen gelernt habe, fand ich als K?nstlerin zu mir. Ich habe gelernt, wie man als Musikerin ?berleben und wie man sich treu bleiben kann ? und wie man R?ckschl?ge wegsteckt. Und dann habe ich gelernt, wer ich als S?ngerin und Performerin sein will. Und die ganze Zeit ?ber habe ich unglaublich hart an mir gearbeitet.?

Abschlie?end f?gt Lady GaGa noch augenzwinkernd hinzu: ?Und jetzt will ich einfach nur Schritt f?r Schritt die Welt ver?ndern ? und dabei eine Pailette nach der anderen freilegen.?

Quelle: Universal Music
Foto: Universal Music


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